Rüstungsatlas Thüringen

Materialien

Software für den Krieg

Den Begriff Green-IT wird man normalerweise zunächst mit grüner, gegebenenfalls sogar umweltfreundlicher Informations- Technologie in Verbindung bringen. Green-IT und White-IT sind aber auch Bezeichnungen, die die Software der Bundeswehr einerseits in militärisch-relevant auf den unmittelbaren Kampfeinsatz bezogen und andererseits in militärisch-genutzt für alle anderen Prozesse unterteilen. Der Bedarf der Bundeswehr an spezifisch zugeschnittener Software ist enorm, sei es für die Abwicklung von Logistikketten, die Verwaltung von Personal/Soldaten und Soldatinnen, die Koordination von Einsätzen oder die sichere Kommunikation zwischen den eingesetzten Kräften und den deutschen Führungsstäben. In der "Informationsgewinnung" wie auch in der Steuerung moderner Waffensysteme spielen Ergebnisse aus der IT-Forschung die zentrale Rolle, hinter der die Rolle der materiell fassbaren "Technik" verblasst. Softwaregestützte "Bildgebende Verfahren" werden natürlich nichtsdestotrotz mit der Hardware optischer Systeme gekoppelt, womit der Verbindung der Komponenten wiederum eine besondere Bedeutung zukommt. Auch in der Simulation im Training bzw. Manöver sind immer größere und komplexere Systeme im Einsatz, die z.B. auf Konzepte virtueller Realitäten zurückgreifen oder die Unterstützung der Kämpfenden durch elektronische Systeme einüben. Hier, so lässt sich ergänzen, spielen für den zivilen Markt entwickelte Computerspiele eine besondere Rolle: Ihre Nutzer werden an Techniken herangeführt, wie sie im Militär zum Einsatz kommen. [1]

In Thüringen sind einige Firmen angesiedelt, die an den hier aufgezeigten Nahtstellen arbeiten und direkt oder über ihre Mutterunternehmen mit der militärischen Nutzung von Informationstechnologie verbunden sind.

[1] Zu Kriegsvideospielen allgemein siehe z.B. Michael Schulze von Glaßer, Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie, PapyRossa-Verlag 2014.